Bau eines mobilen Mattenfilters

Eine gute Alternative zu den bekannten Eck-HMF-Filtern sind so genannte mobile HMF. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem Filtermattenblock, der aus dem Inneren mittels Pumpe oder Luftheber das Wasser hinausfördert.

Mobile-HMF sind nicht fest im Aquarium verklebt, sondern können – wie der Name schon sagt – vollständig entfernt, oder verschoben werden. Ein weiterer Vorteil dieser Filtervariante ist ferner  der geringere Platzbedarf im Becken. Damit einher geht allerdings, dass man nicht so viel Technik hinter ihnen verstecken kann. Dies ist aber i.d.R. auch oft gar nicht nötig.

Es gibt mittlerweile im Internet hervorragende fertige Filter komplett zu kaufen. Wer jedoch selbst tätig werden möchte, kann sich relativ einfach seinen individuellen Wunschfilter selbst basteln.

Bevor man handwerklich tätig wird, ist natürlich die benötigte Dimension zu errechnen. Mit dem Berechnungstool ermittelt man zuerst grob die Mattengröße.

Da es bei einem mobilen HMF nicht nur eine Seite gibt, von der das Wasser durchströmt, sondern mehrere, kann man die Größe entsprechend teilen. Ich persönlich rechne es folgendermaßen:

Mattengröße : 2 : Höhe Wasserstand

Beispiel: Bei einem Wasservolumen von 576 Litern errechnet das Tool eine Mattengröße von 3200 cm². Im Aquarium steht das Wasser 55cm hoch. Daraus folgt 3200 : 2 : 55 = 29.

In diesem Fall benötige ich also einen Filterblock mit mind. 29 cm Breite und einer Höhe, die über euren Wasserspiegel hinaus ragt.

Dabei gilt: Ob es nun in der Breite ein oder zwei Zentimeter mehr oder weniger sind, spielt faktisch keine Rolle! Die Filterberechnungen sind nur eine grobe Richtung, denn die tatsächliche Filtereffektivität ist von sehr viel mehr Faktoren abhängig.

Dann kann es auch schon losgehen. Ich habe mir eine schwarze grobe Filtermatte in einer Stärke von 10 cm bestellt. Feine Matten funktionieren natürlich auch. Sie sind sogar schneller biologisch aktiv, setzen sich allerdings auch schneller zu. Ich persönlich komme mit den groben Ausführungen wunderbar zurecht.

Ihr benötigt natürlich einen Zollstock und ein Brotmesser.

Ein Brotmesser schneidet eine Matte ganz hervorragend und man kommt aufgrund der langen Klinge auch tiefer ins Material, was in den nächsten Schritten wichtig wird.

Es wird dann ein entsprechend großes Stück aus der Matte herausgeschnitten. Die Höhe muss über den Wasserspiegel ragen, die Breite entsprechend der oben beschriebenen Berechnung.

Nun wird es etwas fummelig. Mit dem Messer wird von oben bis ganz nach unten ein Rechteck aus dem Block herausgeschnitten. Die verbleibenden Seiten sollten etwa  zwei bis drei Zentimeter dick bleiben. Kommt man mit dem Messer nicht komplett von oben nach unten durch, muss man sich natürlich soweit vorarbeiten, wie möglich, um dann von der gegenüberliegenden Seiten entgegen zu arbeiten.

Letztlich sollte es etwa so aussehen.

Damit die Matte später nicht aufschwimmt, sollte sie auf eine Glasplatte oder ähnliches  geklebt werden.

Ich habe dazu aus einer alten Aquarienscheibe ein Glasstück herausgeschnitten.

Die Platte sollte ein bis zwei Zentimeter an allen Seiten des Filterblocks herausragen.

Das Glasschneiden geht mit einem handelsüblich Glasschneider leicht von der Hand. Einmal entlang einer Führungsschiene mit leichtem Druck entlangschneiden und dann über eine Kante brechen. Klingt schwieriger, als es ist.

Mit Schleifpapier werden dann die scharfen Glaskanten entschärft. 

Fertig.

Jetzt wird mit Aquariensilikon der Filterblock hochkant auf die Platte geklebt. Nicht zu sparsam mit dem Aquariensilikon – viel hilft hier tatsächlich viel.

Einen Tag trocknen lassen, bevor es mit dem Einbau der Pumpe weitergeht. Bei besagtem 576-Liter-Becken passt eine Tunze Turbelle Nanostream 6025 hervorragend.  Um den Auslass der Pumpe durch die Filterwand zu führen, eignet sich ein handelsüblicher 40er PVC Fitting, hier als leichter Bogen, um den Strahl noch leicht in die gewünschte Richtung lenken zu können.

Nun wird die Pumpe in den Filter gesteckt. Sie hält i.d.R. von ganz allein.

Fertig ist der mobile HMF.

Nordlandmalawis