Wissenswertes

Rund um die Haltung von Malawibuntbarschen

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines 

Beckengröße

Beckeneinrichtung

Technik 

Wasserwerte 

Futter

Besatz

Krankheiten

Allgemeines

Das Internet ist schon eine feine Sache. Man findet zu fast allen Themen wichtige Hinweise und Informationen.

Dieses wird in erster Linie dadurch möglich, dass es eigentlich jedem Menschen ein Leichtes ist, eigene Kenntnisse zu veröffentlichen und so zu dem fast unüberschaubaren Informationswust etwas beizutragen.

Leider schleichen sich bei dieser Informationsvielfalt hin und wieder Fehlinformationen ein, oder es werden Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und an anderer Stelle in völlig anderem Zusammenhang veröffentlicht.

Oft wird leider vergessen, dass die Informationen, die man gerade liest, nicht von Professoren, Doktoren oder hochrangigen Wissenschaftlern verfasst wurden, sondern von „normalen“ Menschen ohne Anspruch auf Richtigkeit.
Irren ist nunmal menschlich und kann daher passieren.

Es ist ein interessanter Effekt, dass man für einen falschen Sachverhalt eigentlich nur lange genug im Internet suchen muss, um jemanden zu finden, der ihm die Richtigkeit bescheinigt.

Daher meine Bitte:
Bei der Informationssuche niemals das Hirn ausschalten, sondern gern Aussagen auf logische Schlüssigkeit hinterfragen.

Ich werde in den folgenden Absätzen auf Falschmeldungen, bzw. unbestätigte Vermutungen, die im Internet kursieren, hinweisen.

Nun aber zum eigentlichen Vorwort:
Immer wieder stelle ich fest, dass es vielen Fragen rund um die Haltung von Malawi-Cichliden gibt. Es war mein Ziel, hier eine Liste der notwendigsten Dinge zu veröffentlichen, die einem Neueinsteiger oder einem Umsteiger hilfreich sein könnten.
Ich bemühe mich dabei, den Inhalt möglichst einfach und verständlich zu gestalten.

Für spezielle Fragen zu einzelnen Sachverhalten stehe ich aber gern zur Verfügung.

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Beckengröße

„Je größer, desto besser“ wäre eine Aussage, die bei der Haltung von Malawi-Cichliden grundsätzlich ersteinmal richtig ist.

Nichtsdestotrotz setzen Geldbeutel und räumliche Gegebenheiten die Grenze nach oben. Nach unten wird die Grenze durch die Platzbedürfnisse der Malawi-Buntbarsche definiert.

Ich habe mich entschieden, die Haltung von kleinbleibenden Mbunas in Becken ab 240l zu empfehlen.

Für NonMbunas sollten Becken mit 350-400l die Untergrenze darstellen.

So genannte „Räuberbecken“, also Aquarien in denen Malawi-Cichliden aus der Gruppe der Räuber gehalten werden sollen, beginnen irgendwo bei 800l.

Kleinere Becken sind zwar unter speziellen Voraussetzungen denkbar, erfordern aber i.d.R. ein erhöhtes Maß an Kenntnissen.

Beckengrößen von 60cm oder 80cm-Beckenlänge taugen aber generell nicht zur dauerhaften Haltung.
Sie eignen sich bestenfalls zur befristeten Aufzucht des Nachwuchses.

Wem also definitiv nur ein 60- oder 80cm-Becken zur Verfügung steht, möge bitte von dem Vorhaben Abstand nehmen, Malawi-Buntbarsche zu halten!

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Beckeneinrichtung


Was benötigt man als Einrichtung in einem Malawi-Becken?

Nun, diese Liste ist nicht sehr lang. Sie beschränkt sich nämlich fast nur auf Sand und Steine.

Ein wenig genauer will ich es aber dennoch ausführen:
Fangen wir bei einem ganz leeren Becken ganz unten an. Es empfiehlt sich, die Aquarien-Bodenplatte mit einer dünnen Styroporschicht (Styropor-Untertapete auf Rolle) und einer darüberliegenden Plexiglasplatte (ab 2mm) zu schützen.
Hintergrund: Die Steinaufbauten können ein beachtliches Gewicht haben. Liegt ein Stein ungünstig auf wenigen Sandkörnern direkt auf der Bodenplatte, lastet das gesamte Gewicht auf wenigen Quadratmilimetern. Die Folge kann ein Plattenbruch sein.
Erschwerend kommt hinzu, dass einige Malawis gern buddeln und die Steine schnell instabil werden. Mit ein wenig Pech fällt so ein Steinbrocken ungünstig auf die Bodenplatte. Auch hier könnte ein Schaden an der Bodenplatte die Folge sein.

Auf der Plexiglasplatte kann dann schon der Steinaufbau erfolgen. Richtig: Bevor der Sand im Becken ist!
Die Steine stehen wensentlich besser, wenn der Sand erst danach eingebracht wird.

Mit den Steinaufbauten sollten naürliche Rückzugsräume geschaffen werden. Durch das Stapeln entstehen Höhlen und Nischen, in die sich ein Tier zurückziehen kann. Der Aufbau schafft Sichtschutz und gleichzeitig ein kleines eigenes Territorium für die Beckenbewohner.

Mbunas
Mbunas leben i.d.R. in Geröllzonen. Folglich sollte bei einem Mbuna-Becken der Steinaufbau entsprechend üppig ausfallen, um möglichst viele Höhlen und Verstecke zu schaffen. Ein Stapeln bis an die Wasserobfläche wird oft empfohlen, ist aber nicht immer notwendig. Ich habe beobachtet, dass vorzugweise die unteren Regionen genutzt werden.

Non-Mbunas
Non-Mbunas leben häufig über Sandflächen und in Überganszonen. Sie benötigen also mehr freie Flächen. Die Höhlen in den Steinaufbauten sollte den oft größeren Tieren Rechnung tragen, aber nicht so viel Platz im Becken beanspruchen, wie bei o.g. Mbuna-Becken.

Wichtig wären durch Steine oder Pflanzen optisch abgetrennte Sandflächen, auf denen ungestört die Paarung stattfinden kann.
Dafür eignen sich i.d.R. die Aquarienecken sehr gut.

Welches Gestein?
Es eignen sich so ziemlich alle natürlichen Gesteine, die man auf dem Feld,in der Natur oder der Gartenabteilung des Baumarkts findet.
Vor dem Einsetzen einmal ordentlich reinigen (mit heissem Wasser abkochen) und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
An dem oft empfohlenen Lochgestein habe ich mich längst übergeguckt. Es wirkt zusammen mit dem hellen Boden anfangs unnatürlich steril und wird schnell ein Magnet für Algen, die sich auf der hellen Oberfläche bilden. Dann widerum sieht das Lochgestein ungepflegt aus.
Mit dunkleren Gesteinsarten – ich selbst nutze rot/schwarzes Granitgestein – hat man weit weniger Algenprobleme und sie sehen wesentlich natürlicher aus.

Welcher Sand?
Vorzugsweise sollte man sich für Quarzsand in beige entscheiden. Da viele Malawis den Sand ins Maul nehmen, durchkauen und über die Kiemen wieder herausdrücken, ist grober Kies ungeeignet. Es geht auch Sandkastensand aus dem Baumarkt, aber mir persönlich verdichtet sich der Spielsand zu sehr.
Ich bleibe also beim Quarzsand.
Bei einigen Spielsanden sind Stoffe zum Vertreiben von Hunden und Katzen beigemischt. Inwieweit diese schädlich für die Malawis sein können, vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich hätte dabei ein ungutes Gefühl.
Den Sand vor dem Einbringen 3-4mal durchwaschen und dann rein damit ins Becken.

Pflanzen?
In einem Malawibecken findet man nur selten Pflanzen. In der Regel sind die Becken spärlich bepflanzt.

Dies ergibt sich zum Einen daraus, dass viele Buntbarsche die Pflanzen als Nahrungsergänzung nutzen, zum Anderen sind ein PH-Wert von 8, wenig bis kein CO2 und hochverdichteter Boden extrem ungünstige Verhältnisse für Pflanzen.
Sollten sie tatsächlich grün bleiben und nicht eingehen, so wachsen sie sehr sehr langsam. Es eignen sich nur wenige Pflanzen überhaupt.
Ich nehme nur Anubias und Valisneria gigantea, die ich in einem eigens dafür geschaffenen Pflanzenbecken vermehre und mit denen ich die, in den Malawibecken verkümmerten, Pflanzen ersetze.

Rückwand?
Es gibt mittlerweile einige Anbieter so genannter 3D-Rückwände. Diese sehen in einem Becken genial aus und verleihen eine ganz besondere Naturnähe.
Nachteil: Sie sind oft recht kostspielig. Mit Styropor und Zement kann man sich solche Rückwände selbst bauen. Anleitungen gibt es zuhauf im Internet.
Ansonsten bliebe noch die klassische Folienrückwand. Die Auswahl wirklich gut aussehender Folien ist allerdings sehr begrenzt.
Es gibt von Juwel eine recht ordentliche Steinoptik-Folie.

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Technik


Filter

Üblicherweise sind Malawi-Becken größer und dichter besetzt mit relativ großen Tieren.
Dies macht eine ordentliche Filterleistung notwendig.

Ich habe mit den Jahren nun so ziemlich alle Filtermöglichkeiten durch und habe nun endlich die optimale Filterlösung gefunden. Den Hamburger Mattenfilter (HMF).
Bei richtiger Dimensionierung ist die Filterleistung unerreicht. Es werden keine Schläuche aus dem Becken geführt und das Beste : Er kostet nur ein Bruchteil eines Außenfilters.

Ich möchte mich daher nicht über die unzähligen Filtervarianten auslassen, sondern ganz klar die Empfehlung aussprechen, sein Malawibecken mit einem HMF zu versehen. Im Workshop habe ich eine Selbstbauvariante vorgestellt.
Als besonders gute Variante hat sich der Betrieb des HMFs mittels Luftheber (THL) erwiesen. Wie er gebaut wird, seht ihr ebenfalls im Workshop.

Licht
Malawis mögen es schummrig. Sie sehen mit gedämpftem Licht auch besser aus.

Die original Lichtbalken über Aquarien sind i.d.R. für Pflanzenbecken berechnet und damit für unsere Zwecke maßlos überdimensioniert.
Glücklich, wer seine Röhren einzelnd schalten kann. Allen anderen bleibt nur der Selbstbau oder das Abdunkeln der Röhre mit Alupapier oder Fliegengitter.

LED-Beleuchtung ist eine echte Alternative. Allerdings eignen sich „normale“ weiße LEDs nur sehr bedingt. Der Grund: Das Weiß der LEDs wird nur aus dem blauen und gelben Farbspektrum gemischt. Es sind keine roten Lichtanteile vorhanden. Daher wirken Rottöne bei LED-Beleuchtung „platt“.
Abhilfe: LED-Beleuchtung mit so genannten RGB-LEDs. Dort wird das Weiß auch aus Rot gemischt. Diese RGB-LEDs sind ohnehin viel interessanter, weil man mit ihnen so ziemlich jede Lichtfarbe simulieren kann und mit einem geeigneten Controller einen gesamten Tagesablauf bis hin zum Mondlicht simulieren kann.

Heizung
Ein ganz normaler Heizstab sorgt für die bevorzugte Temperatur von 24-26Grad.

Luft
In einem Pflanzenbecken sind die Pflanzen die Hauptproduzenten von Sauerstoff. Wie erwähnt, sind diese wenn dann nur sehr spärlich vorhanden.
Ich kann neben einer guten Oberflächenbewegung jedem dringlichst den Einsatz einer Membran-Luftpumpe mit Ausströmerstein empfehlen.
Neben der Sauerstoffversorgung sorgt diese Lösung für das elementar wichtige Austreiben des CO2.
Mehr dazu unter Wasserwerten.

Strömungspumpe
Im Malawisee herrschen teils meeresähnliche Strömungen. Auch in den heimischen Becken gefällt eine ordentliche Strömung den Buntbarschen. Falls die Filterströmung also nicht ausreichen sollte, eignen sich Strömungspumpen.
Empfehlenswert ist die Schaltung zusammen mit der Beleuchtung.

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Wasserwerte

Malawi-Cichliden sind erfreulicherweise gegenüber vielen Wasserwerten tolerant. Eigentlich gibt es nur zwei Parameter, die elementar wichtig sind. Der PH und der KH-Wert.
Diese beiden Werte stehen zusammen mit CO2 in einem festen mathematischen Zusammenhang. (Das Nitrit und Chlor Null sein muss, setze ich mal voraus!)

Der PH-Wert
Der PH-Wert ist das Maß für den sauren oder basischen (alkalischen) Charakter des Wassers. Er ist der negative dekadische Logarithmus (Zehnerlogarithmus) der Wasserstoffionen-Aktivität. Wasser mit einem PH-Wert unter 7 bezeichnet man als „sauer“, Wasser über PH7 als „alkalisch“.

Die logarithmische Aufteilung des PH-Werts führt dazu, das die Veränderung um 1 PH-Wert ein zehnmal saureres, bzw. alkalischeres Wasser bedeutet.
Ein Sprung um 2 PH-Werte bedeutet den Faktor 100 !
Es ist daher ein erheblicher Unterschied, ob das Wasser einen PH von 7 oder von 8 hat.
Malawi-Buntbarsche benötigen einen PH-Wert zwischen 7,6 und 8,6.
Ein deutlich zu niedriger PH-Wert führt innerhalb weniger Stunden zum Tode. Ein knapp zu geringer, bzw. ein in den zu geringen Bereich schwankender PH-Wert, führt zu einer stark verringerten Lebenserwartung. Sie versterben dann scheinbar „ohne Grund“ über Nacht nach wenigen Monaten oder werden nur ein bis zwei Jahre alt.

Die Karbonathärte (KH)
Sie ist ein Teil der Gesamthärte (GH) und bezeichnet die im Wasser gelösten Carbonat-Ionen (CO32-) und Hydrogenkarbonat-Ionen (HCO3-).

Um hier keine wissenschaftliche Abhandlung zu halten, reduziere ich die Notwendigkeit des KH-Werts vereinfacht darauf:
Die Karbonathärte „puffert“ den PH-Wert. Soll heissen, ohne oder mit einem sehr kleinen KH-Wert rutscht der PH-Wert sehr schnell in den sauren Bereich (Säuresturz), wenn die CO2-Konzentration im Wasser leicht steigt.
Ein hoher KH-Wert sorgt hingegen dafür, dass solche CO2-Anstiege nicht gleich zum massiven Sinken des PH führen.
Empfehlenswert ist ein Wert über KH 5.

Erhöhen kann man den KH-Wert mit Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3). Dabei handelt es sich um Natron. Man bekommt es in jedem Supermarkt als Kaisernatron oder Speisenatron.
Man sagt, 3g pro 100l Wasser führen zu einer Erhöhung um 1 Wert.

Falls eine solche Maßnahme unumgänglich sein sollte, auf jeden Fall behutsam durchführen!

CO2
Das Kohlendioxid (CO2) entsteht bei Zersetzungsprozessen im Aquarium, beim Stoffwechsel der Fische und Nachts durch die umgekehrte Photosynthese der Pflanzen . Es führt, je nach Höhe des KH-Werts in mehr oder weniger starker Konzentration, zum Sinken des PH-Werts.

Da dies unbedingt vermieden werden sollte, ist die einfachste Methode das CO2 „loszuwerden“, das Austreiben mittels einer Membranluftpumpe mit Ausströmerstein. Dieser sollte rund um die Uhr laufen.

Wer sein Aquarium mit einem Luftheber betreibt, kann auf eine zusätzliche Membranpumpe verzichten. Durch den Transportprozess im Luftheber wird ausreichend CO2 ausgetrieben und Sauerstoff eingebracht.

Wasserwechsel
Als Endprodukt der biologischen Filterung entsteht Nitrat. In Pflanzenbecken würde Nitrat von den Pflanzen abgebaut werden. Da diese in einem Malawi-Becken i.d.R. nicht oder nur wenig vorhanden sind, ist die einzige Möglichkeit, das Nitrat heraus zu bekommen, der Wasserwechsel.
Aber keine Sorge, Nitrat ist auch in etwas höherer Konzentration im Wasser für die Tiere unkritisch.

Nichtsdestotrotz sollte das Wasser jede Woche zu ca. 30% gewechselt werden. Ich selbst wechsel etwas mehr und bei den Nachzuchtbecken sogar 2mal pro Woche 50%.

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Futter

Die Ansprüche an die Ernährung unterscheiden sich in erster Linie durch die Gruppenzugehörigkeit zu den Mbunas oder den NonMbunas.

Die Mbunas ernähren sich in der Natur in erster Linie von Algenaufwuchs.
Ihre Physiologie hat sich dahingehend darauf eingestellt, dass eine ballaststoffreiche Ernährung wichtig ist. Sie benötigen also viele pflanzliche Anteile im Futter. Zu proteinreiches Futter führt zu einer Verfettung.

Eine Ausnahme scheint in der Literatur der Labidochromis caeruleus (Yellow) zu bilden. Dieser wird als Insektenfresser eingestuft und daher unter anderem zur Vergesellschaftung mit NonMbunas empfohlen.

Allerdings fällt mir immer wieder auf, dass vergesellschaftete L.caeruleus oft zu dick sind.
Ich ganz persönlich ernähre meine L.caeruleus wie meine anderen Mbunas und fahre damit sehr gut.

Ich habe daher so meine Zweifel, ob die Einstufung als Insektenfresser so seine Richtigkeit hat.

NonMbunas benötigen eher proteinreiches Futter.
Nichtsdestotrotz darf auf deren Ernährungsplan auch gern Pflanzliches stehen.

Auch bei den NonMbunas gibt es Ausnahmen in der Nahrungszuordnung. So wird z.B. der Protomelas steveni „Taiwan Reef“ als Aufwuchsfresser eingestuft.
Für beide Gruppen gibt es im Fachhandel einwandfreie Futter.

Ich selbst füttere überwiegend Granulatfutter. Gegenüber Flockenfutter, was i.d.R. bei hohen Temperaturen gewalzt wird und damit einige der Vitamine verliert, wird es unter Druck bei niedrigeren Temperaturen hergestellt.
Bitte bedenken: Die Nährstoffangaben auf den Futterverpackungen sind Vorher-Angaben, also vor dem Herstellungsprozess.
Granulatfutter ist ein hervorragender Nährstoff-Lieferant und belastet das Wasser nur wenig.

Als Granulatfutter nutze ich :
Aquafood-Spezial von Aquakultur-Genzel
SAK energy, SAK green, SAKgold und SAKspirulina von Zooshop-eu.de bzw. Lüneburger-Aquaristik und natürlich die Granulate von Tropical.

Den Futterplan der Mbunas kann man gern mit verschiedenen Gemüsen abwechslungsreicher gestalten.
Den Futterplan der NonMbunas mit Frost- und Lebendfutter. Alle bekommen 1 bis 2 mal am Tag eine kleine Menge Futter. Man sollte das Becken während der Fütterung im Auge behalten um beurteilen zu können, ob die Futtermenge in Ordnung ist.
Oft hört man die Empfehlung, einen Fastentag einzulegen. Ich halte das ebenfalls für sinnvoll.

Nachwuchs und Jungtiere:
Jungtiere kann man hervorragend mit dekapsulierten Artemiaeiern aufziehen. Dieses Futter ist wesentlich nährstoffreicher und einfacher in der Handhabung als z.B. Artemia selbst aufzuziehen. Nach den ersten Wochen können die Jungen kleingeriebenes Granulat oder Flockenfutter bekommen. Sie benötigen mind. 3 mal am Tag Futter.

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Besatz


Eine Sache vorweg: Wenn ihr jemanden nach einer Besatzempfehlung fragt und derjenige euch garantiert, dass seine Empfehlung funktioniert, der lügt !

Auch wenn ich euch damit die Hoffnung raube, aber man KANN einen funktionierenden Besatz nicht am Reißbrett planen! Der Besatz ist bei Malawibuntbarschen die eigentliche Herausforderung.
Als verantwortungsbewusster Tierhalter trägt man dafür Sorge, dass kein Tier unter den Mitbewohnern leidet und alle ihren natürlichen Verhaltensweisen nachkommen können.
Das Hauptproblem sind allerdings die eben genannten Verhaltensweisen, denn sie sind nicht vorhersehbar.

Wie bei uns Menschen handelt es sich um Individuen. Man kann zwar festellen, dass bei einigen Arten bestimmte Verhaltensmuster öfter beobachtet wurden, aber das ist noch lange kein Garant dafür, dass dies im eigenen Becken genauso eintreten wird.

So gibt es Arten, denen ein hohes Agressionspotential nachgesagt wird, während andere als „Weicheier“ gelten. In der Praxis gibt es allerdings zu jedem Fall ausreichend Beispiele, bei denen genau dieses widerlegt wird.
Es spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle, deren Auswirkung man einfach nicht sicher prognostizieren kann.

Ich bin daher immer sehr verwundert, wie in einigen Foren von Nutzern Besatzvorschläge pauschalisiert werden – ohne je das Becken und deren Tiere gesehen zu haben.
Ganz oft, sind diese Besatzvorschläge noch nicht mal selbst gepflegt worden, sondern beruhen auf irgendwelchen Postings, die irgendwo anders mal aufgeschnappt worden.

Ich stehe auf dem Standpunkt, dass ein funktionierender Besatz nur selbst „ausgetüftelt“ werden kann und viel Beobachtungszeit, logischen Menschenverstand und auch Korrekturen benötigt.

Nichdestotrotz gibt es gute Richtlinien, an denen sich Neueinsteiger bei Ihrer Besatzwahl orientieren können: Das wären Ansprüche an Lebensraum und Nahrung.

Zu den Ansprüchen an den Lebensraum zählt neben der Beckeneinrichtung auch die Beckengröße, die dem Tier gerecht werden muss. Ein oft gemachter Fehler ist das Unterschätzen der Endgröße der Tiere.

Bei der Besatzdichte kursieren diverse dubiose Empfehlungen. Einige orientieren sich an cm pro Fisch pro Liter, andere an an Liter pro Fisch. Dies sind aber alles sehr sehr grobe Hinweise.

Ich persönlich würde als sehr sehr groben Richtwert folgendes Vorschlagen:
Mbunabecken : 1 Fisch pro 15l-20l (Brutto)
NonMbuna-Becken mit Tieren unter etwa 18cm Endgröße : 1 Fisch pro 20l-30l (Brutto)
Räuberbecken sollten üppiger kalkuliert werden.
Nach dieser Kalkulation kann dann die „Feinabstimmung“ und Korrektur beginnen.

Unter Umständen erzielt man mit einem leichten Überbesatz bei reinen Mbunabecken eine beruhigende Wirkung. Die Grenze zum gnadenlosen Überbesatz ist allerdings schnell überschritten und das hat dann nichts mehr mit natürlichen Verhaltensmustern der Tiere, geschweige denn mit artgerechter Haltung zu tun.

Verhältnis Männchen/Weibchen: Insgesamt sollte man bei seinen Planungen nicht nur die Anzahl der Männchen zu den eigenen Weibchen im Auge behalten, sondern auch die Gesamtzahl der Männchen im Becken.
Gerade bei Mbuna-Becken, bei denen die Männchen ihr Territorien abstecken, sollte für alle Männchen genug Raum bleiben.

Aber betrachten wir erst einmal eine einzelne kleine Gruppe:
Grundsätzlich wird ein Weibchenüberschuß empfohlen, soll heissen ab 1M/2W geht es los. Die Weibchen werden oft gejagt und leiden dadurch Streß. Durch eine größere Anzahl an Weibchen verteilt sich dies. Ich persönlich würde kleine Gruppen immer ab 1M/3W planen. Noch besser sind allerdings mehrere Männchen, da diese sich dann nicht nur mit den Weibchen beschäftigen sondern auch mit sich selbst.
Daher sind Gruppen von z.B. 3M/6W oder 5M/9W immer die bessere Wahl, wobei ich feststellen konnte, dass es bei solchen Gruppen nicht auf ein Weibchen mehr oder weniger ankam.

Nur zwei Männchen haben sich in der Praxis nicht bewährt. Ein Männchen ist dann oft dominant, während das andere dauerhaft unterdrückt sein dasein fristet.

Die Männchen einiger Arten zeigen ihre Farben auch außerhalb der Balzzeit erst richtig, wenn männche Kokurrenz im Becken ist. Als Einzelmännchen würden diese relativ „langweilig“ aussehen.

Alternative Männerbecken: Als wirklich gute Alternative haben sich bei NonMbunas die so genannten Männerbecken erwiesen. Sie sind – speziell für Anfänger – recht einfach zu realisieren.
Tendenziell sind diese Becken deutlich ruhiger. Durch das Fehlen des Reproduktionsimpulses durch laichbereite Weibchen, stellt sich so ein Becken durchgehend entspannt dar.
Ein weiterer Vorteil: Man ist fast komplett frei in seiner Artenzusammenstellung, da es nicht zu Kreuzungen kommen kann.
Man kann so ein Männerbecken auf folgende Merkmale reduzieren: Wenig Stress, fast alle Tiere in tollen Farben, Besatz fast frei planbar.
Die einzigen kritischen Stimmen gegen so eine Männergesellschaft lauten “ …das ist ja nicht artgerecht“. Bislang blieben aber alle den Beweis schuldig.
Ich habe beobachtet, dass die Tiere in solchen Becken mindestens genauso lange leben, wie in gemischten Becken und stets einen gesunden und vitalen Eindruck machten.
Somit wäre der Hinweis wohl eher philosophischer Natur und dem könnte man die Gegenfrage stellen, ob das Halten von Tieren in Glasbehältern überhaupt artgerecht sein kann.

Die Nahrungsansprüche hatte ich unter Futter schon beschrieben. Ich empfehle der Einfachheit halber, sich entweder für einen Mbuna oder einen NonMbuna-Besatz zu entscheiden.
Gerade Neueinsteigern oder Umsteigern erleichtert dies vieles. Eine Vergesellschaftung ist zwar auch möglich, erfordert aber mehr Erfahrung.

Hat man die grundsätzliche Entscheidung nach Mbuna oder NonMbuna getroffen, muss man sich Gedanken über die jeweiligen Gattungen und Arten machen. Während einige ein buntes Durcheinander verschiedener Gattungen und Arten bevorzugen (was auch durchaus realisierbar ist), finde ich persönlich weniger Arten, aber dafür in größeren Gruppen ansprechender.
Aber dies ist und bleibt Geschmackssache.

Oft hört man mahnende Worte zum Thema „Kreuzungen“. Ja, es ist richtig, dass sich Malawis untereinander kreuzen. Betrachtet man die rasante elvolutionäre Entwicklung der Populationen im Malawisee, verwundert es nicht, dass viele Arten untereinander genetisch kompatibel sind. Speziell das Fehlen eines Geschlechtspartners und die genetische Nähe zweier Gattungen und Arten zueinander begünstigen den einvernehmlichen „Übergriff“ auf die andere Art.
Dies ist von Grunde her nichts, was verteufelt werden müsste oder ein Ausschlußkriterium für eine Art darstellen sollte, denn das eigentlich Entscheidende ist, dass diese Kreuzungen nicht in Umlauf gebracht werden!!!

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Der Feind eines jeden Malawi-Beckens ist der Streß !

Da die Besatzplanung die eigentliche Herausforderung darstellt und sie sich sehr dynamisch und unvorhergesehen entwickeln kann, kann es auch vorkommen, dass Tiere dauerhaft gejagt und gepiesackt werden. Sie leiden Streß.

Durch den Streß wird ein Hormon namens Cortisol ausgeschüttet, welches als unangenehmen Nebeneffekt eine dämpfende Wirklung auf das Immunsystem hat.
Damit kann es vorkommen, dass plötzlich Erreger, die ohnehin in jedem Becken vorhanden sind, nicht mehr durch das Immunsystem in Schach gehalten werden und zum Ausbruch einer Erkrankung führen.

Die Bandbreite der möglichen Erkrankungen ist groß und sollte entsprechend behandelt werden. Es gibt mittlerweile viele gute Internetseiten, die sich mit der Behandlung von Zierfischkrankheiten beschäftigen.

Ich möchte hier nur die wichtigste Behandlungmethode ansprechen: Die Salzbehandlung.

Seien es Bißverletzungen, trübe Augen, andere bakterielle Belastungen, Ichtyo, oder oder oder…Als Behandlung wird die Salzbehandlung empfohlen.

Aber eines vorweg: Salz wirkt in der Konzentration über die wir reden nicht bakterizid, d.h. es tötet keine Bakterien! Wenn Salz bei bakterieller Belastung zum Einsatz kommt, muss zusätzlich auf eine ordentliche Wasserhygiene geachtet werden!

Generell regt Salz die Schleimhautproduktion der Fische an. Dadurch wird es Parasiten und Bakterien drastisch erschwert, sich auf dem Tier einzunisten. Ferner verändert es das osmotische Druckverhältnis zwischen Gewebezellen und Wasser zur Entlastung des Tieres.

Salz kann in verschiedenen Konzentrationen angewandt werden. Als Präventionsmaßnahme können z.B. 0,5g/l dauerhaft zum Wasser dazu gegeben werden.
Bei akuten Erkrankungen können 1-3g/l über mehrere Tage dem Becken zugegeben werden.
Oft in Verbindung mit anderen Maßnahmen, wie z.B. Temperaturerhöhung.
In ganz drastischen Fällen sind Kurzbäder mit bis zu 10g/l hilfreich.

Welches Salz?
Eines der Märchen, die durch das Internet kursieren ist die Aussage, man müsse auf jeden Fall jodfreies Salz nehmen. Das ist natürlich Unsinn.
Vermutlich entstand diese Aussage mal, weil an das Salz keinerlei spezielle Anforderungen gemacht werden müssen.
Einfaches „stinknormales“ Salz (also auch ohne Jod) reicht völlig aus.

Daraus entwickelte sich dann vermutlich im Laufe der Zeit die Aussage, es müsse unbedingt jodfrei sein.

Wem das suspekt ist, möge mal bei namenhaften Futtererstellern die Inhaltsstoffe der besten Futter googeln. Man wird feststellen, dass Jod in ziemlich jedem guten Futter enthalten ist.
Wenn diese Jodkonzentration, die durch das Futter aufgenommen wird, nicht schädlich ist, kann die oft geringere Jod-Konzentration im Wasser es erst recht nicht sein.

Fazit: Zur Salzbehandlung reicht einfaches Salz, wie man es im Supermarkt bekommt und ggf. auch mit Jod. Ich selbst kaufe von Zeit zu Zeit einen großen Eimer Meersalz.

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Nordlandmalawis